Heiraten mit Herz und Seele

von Sanni Diesner

Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, was eine Hochzeit eigentlich bedeutet? Es ist nicht nur ein toller Tag mit Familie und Freunden, schönen Kleidern, einer großen Hochzeitstorte und der ein oder anderen Überraschung. Heiraten bedeutet so viel mehr!

Man muss nicht heiraten, wie es alle anderen immer und immer wieder tun. Wieso nicht einfach ganz nach seinen Gefühlen einen Tag gestalten, der für das Brautpaar ganz viel Bedeutung hat und somit der gemeinsame Weg genau so beginnt, wie es sich beide wünschen.

Der Hochzeitstag sollte im Zeichen der Liebe und des Zusammenseins stehen und dies sollte auch bei allen Anwesenden zu spüren sein. Wenn man an einem solch besonderen Tag einfach das geschehen lässt, was geschehen soll, werden wie von Zauberhand die schönsten Dinge passieren und unvergessliche Momente hinterlassen.

Vom Ich zum Wir

Man sollte ein paar Tage vor dem Fest einfach aufhören, sich verrückt zu machen und seinen Fokus auf sich selbst und sein Inneres lenken, um somit den Wechsel von einem Kapitel des Lebens in das nächste auch mit seiner ganzen Kraft spüren zu können. Nur wenn man ganz bewusst von seinem Leben als einzelner Abschied nimmt und sich auf ein Leben zu zweit vorbereitet, wird die Heirat auch wirklich vollzogen.

In unserer heutigen Welt wird es immer schwieriger, nicht in den Trubel und Stress, den wir von Außen stets erfahren, zu verfallen, sondern seine innere Kraft sprechen zu lassen. Denn nur wenn wir in der Tiefe unseres Herzens Liebe spüren, wird unsere Seele bereit sein, mit dem Ehepartner durch dick und dünn zu gehen.

Also einfach mal anders und mit ganz viel Herz an die Sache heran gehen. Man sollte vor allen Dingen nicht denken, dass man es irgend jemandem Recht machen muss. Das Brautpaar soll aus dem Bauch heraus entscheiden, was für ihre gemeinsame Zukunft wichtig ist und wie man dies am schönsten mit allen Menschen, die einem etwas bedeuten, gemeinsam feiern kann. 

Unsere eigene Hochzeit

Persönliche Zeremonien

Man findet viele Anregungen in anderen Kulturen, wie man seine Hochzeitsfeier mit einer besonderen Zeremonie angehen kann, bei der sich auch nicht gerade spirituelle Gäste wohlfühlen. Man kann auch mehrere Kulturen vermischen, solange die Rituale für das Brautpaar einen Sinn ergeben.

So haben wir unsere eigene Hochzeit im Zeichen der Indianer gefeiert und unsere Freunde und Bekannte an einen kleinen See geführt, wo sie alle in einem großen Steinkreis standen. Zuvor ließen wir unsere Gäste kleine Tabakbeutelchen binden, in denen sie ihre guten Wünsche für uns hineinpacken sollten. Diese wurden dann in einem großen Feuer verbrannt. Wir saßen als Brautpaar in der Mitte des Kreises und bekamen Geschenke in Form von Liedern, Gedichten und Gesten. Wir werden niemals vergessen, wie wir in diesen Minuten die Liebe aller spüren konnten, und diese Liebe wird in unserer Beziehung niemals verebben.

Wenn auch manche zunächst etwas skeptisch waren, als sie den Geruch von Salbei und Trommelschlägen vernahmen, so waren alle am Ende unserer Zeremonie sehr andächtig und gingen gemeinsam Hand in Hand wieder zu unserem Gasthaus zurück. Jeder war gerührt und ich habe von einigen gehört: „Ja, so würde ich auch heiraten...“ vielleicht ja sogar bei uns im Wald im Outdoor Zentrum!